13. April 2010
Private Banking 2.0: Neustart mit traditionellen Werten

Die jüngsten Querelen auf dem internationalen und nationalen Parkett machen es deutlich: Der Mythos Bankgeheimnis ist entzaubert. Vor diesem Hintergrund ist das Private Banking gefordert, sich neu aufzustellen und zu überlegen, woher das Wachstum in dieser Branche zukünftig kommen soll. Die Herausforderungen des Finanzplatzes Schweiz im globalen Kontext und die Voraussetzungen für den Neustart im Private Banking standen am 13. April 2010 im Mittelpunkt des achten BankersTalks in Zürich.

Christoph Weber, Leiter Private Banking der Zürcher Kantonalbank (ZKB), erläuterte, dass es für das Staatsinstitut aus Gründen der Sorgfaltspflicht wichtig sei, die Steuersituation des Kunden als Aspekt der Beratungskompetenz zu kennen. Dagegen hält er es nicht für umsetzbar, dass Banken als formale Prüfstellen für Steuerehrlichkeit missbraucht werden. Das werde von keiner Bank auf der Welt verlangt und habe nichts mit Ethik oder Moral zu tun. In seiner Rolle als Zürcher FDP-Kantonsrat ist Hans-Peter Portmann, Managing Director bei LGT (Schweiz) AG, der festen Ansicht, dass die Schweiz über den OECD-Artikel 26 hinaus keine Zugeständnisse hinsichtlich des Informationsaustausches machen dürfe. Er sieht dagegen nicht ein, wieso es der Schweiz nicht gelingen sollte, die Abgeltungssteuer einzuführen, nachdem es bereits 15 EU-Länder vormachen würden. Christian Wanner, Präsident der Finanzdirektorenkonferenz, geht mit seinem Parteikollegen insofern einig, dass Aussitzen keine Lösung sei, sondern sich die Schweiz dringend bewegen müsse. Die Abgeltungssteuer möge der Königsweg sein, aber man könne die Rechnung nicht ohne den Wirt machen, das Ausland müsse in der Frage mitziehen. Nur so könne unser Land die internationale Akzeptanz und das Vertrauen zurückgewinnen.

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